Dienstfahrzeug

Dienstfahrzeug

Als Dienstfahrzeug beziehungsweise alternativ Dienstwagen wird ein Fahrzeug bennent, der überwiegend zu geschäftlichen Zwecken genutzt wird. Der Gesetzgeber geht in Deutschland immer davon aus, dass es auch für private Fahrten verwendet werden darf. Diese Nutzung muss als so genannter ‚geldwerter Vorteil‘ mit versteuert werden. Diese Regelung ergibt sich aus den Paragrafen 6 und 8 des deutschen Einkommenssteuergesetzes.
Danach wurden zwei verschiedene Formen der Versteuerung machbar und zulässig. Die erste Variante gibt es darin, pro Monat ein Prozent des Neupreises brutto für das Neufahrzeug als Wert der privaten Nutzung anzusetzen. Alternativ können auch die konkreten Werte anhand eines jeden detaillierten Fahrtenbuches zum Ansatz kommen. Welche Variante im Einzelfall die günstigste ist, hängt immer vom Preis des Dienstfahrzeugs und dem individuellen Umfang der privaten Nutzung ab.
Doch auch bei der Umsatzsteuer des Arbeitgebers muss die private Nutzung eines Dienstfahrzeugs mit berücksichtigt werden. Hier stehen sogar drei verschiedene Varianten zur Auswahl. Die erste Möglichkeit ist wieder die Ein-Prozent-Regelung, welche auf den Listenpreis brutto des Neuwagens abstellt. Die zweite Möglichkeit stellt auch hier das detailliert geführte Fahrtenbuch dar, welches als Variante Nummer 3 für die steuerliche Beachtung der Privatfahrten mit dem Dienstfahrzeug auch in vereinfachter Variante zulässig ist.
Bei der Einkommenssteuer des nutzenden abhängig Beschäftigtes kommt noch ein zweiter Fakt hinzu. Er könnte das Dienstfahrzeug in der Regel auch für den Weg zur Arbeit und nach Hause einsetzen, was steuerlich ebenfalls einen geldwerten Vorteil darstellt. Als Verrechnungsfaktor gibt der Staat einen Satz von 0,03 Prozent des Brutto-Listen-Preises für das Neufahrzeug pro gefahrenen Kilometer an. Alternativ ist auch eine Verrechnung über den Nachweis durch ein Fahrtenbuch ausführbar.
Dass dir private Nutzung einfach so unterstellt werden kann, ist nicht nur im Gesetz selbst so verankert. Auch die höchstrichterliche Rechtssprechung gibt an dieser Stelle dem Fiskus Recht, wie ein Blick auf das Urteil Nummer VI R 19/05 des Bundesfinanzhofs vom November 2006 beweist. Er gibt dem Finanzamt sogar darin Recht, dass die Umsatzsteuer auf den Kaufpreis nur hälftig geltend gemacht werden darf, wenn bei einem Dienstfahrzeug mehr als fünf Prozent auf die private Nutzung wegfallen.
Praxistip: Wer besonders viel mit einem Dienstwagen privat fährt, für den ist meist die Ein-Prozent-Regelung die bessere Wahl. Für abhängig Beschäftigte, die das Dienstfahrzeug außer für den Weg zur Arbeit so gut wie gar nicht nutzen, ist das Fahrtenbuch die günstigere Alternative. Es ist also durchaus lohnenswert, sich von Steuerberater eine Gegenrechnung für beide Varianten aufstellen zu lassen.
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