Arbeitgeberdarlehen

Arbeitgeberdarlehen

Darlehen sind kein Entgelt. Gewährt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein Darlehen muss dies gesondert behandelt werden. Damit dieses Darlehen nicht als steuerpflichtiger Arbeitslohn erfasst wird, müssen bestimmte Vereinbarungen hinsichtlich der Vertragsbedingungen und Konditionen getroffen werden. Dies betrifft Zinssatz, Laufzeit, Tilgung und Sicherheiten. Dabei sind Zinseinnahmen aus Unternehmenssicht als Betriebseinnahmen zu betrachten.

Besonderheiten beim Arbeitgeberdarlehen

Der Arbeitgeber kann unter Umständen auf die Rückzahlung des Darlehens durch den Arbeitnehmer verzichten. Verzichtet der Arbeitgeber bei einem sonst steuerfreien Darlehen auf eine Rückzahlung, kann es zu einer Besteuerung kommen. Das bei Darlehensauszahlung geflossene Geld wird in diesem Fall wie üblicher steuerpflichtiger Arbeitslohn betrachtet. Das ist jedoch vermeidbar, wenn sich der Zinssatz des Arbeitgeberdarlehens seit dem 1. Oktober 2008 am marktüblichen Zinssatz orientiert. Richtwerte für den Zinssatz des Arbeitgeberdarlehens sind die Durchschnittszinssätze der Bundesbank, die mit 96 % anzusetzen sind. Hinsichtlich der Besteuerung ist die Laufzeit des Darlehens übrigens ohne Bedeutung.

Überlässt der Arbeitgeber dem Mitarbeiter das Darlehen zu einem niedrigeren Zinssatz, entsteht aus der Differenz ein steuerpflichtiger Zinsvorteil. Dieser unterliegt jedoch keiner Besteuerung, wenn die Summe der nicht getilgten Darlehen zum Ende des Lohnzahlungszeitraums 2.600 Euro nicht überschreitet. Generell sind die Zinsvorteile für jedes Arbeitgeberdarlehen getrennt zu ermitteln. Dabei darf kein durchschnittlicher Zinsvorteil aus allen bestehenden Arbeitgeberdarlehen ermittelt werden.

Bei Ermittlung des geldwerte Vorteils eines Arbeitgeberdarlehens ist auf die Effektivzinssätze der Deutschen Bundesbank bei Vertragsabschluss abzustellen. Von diesem Zinssatz kann ein Abschlag von 4 % vorgenommen werden. Der geldwerte Vorteil ergibt sich dann aus der Differenz zwischen dem um 4 % gekürzten Effektivzinssatz der Bundesbank und dem Zinssatz des Arbeitgeberdarlehens. Der Zinsvorteil bleibt steuerfrei, wenn die Restschuld des Arbeitgeberdarlehens am Ende des Lohnzahlungszeitraums nicht mehr als 1.080,00 Euro beträgt. Der Zinsvorteil ist generell für jedes Arbeitgeberdarlehen getrennt zu ermitteln.

Tipp zu Arbeitgeberdarlehen

Sollte es vorkommen, dass der Durchschnittszinssatz sämtlicher Arbeitgeberdarlehen den marktüblichen Mindestzinssatz erreicht, ist der Abschluss eines neuen Darlehensvertrages ratsam. Die Besteuerung des Zinsvorteils lässt sich nämlich vermeiden, wenn ein anderer Vertrag den Vorteil durch eine relativ hohe Verzinsung kompensiert.

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