Anteilsbewertung

Anteilsbewertung

Die Anteile von Kapitalgesellschaften können nach dem Kurswert oder dem gemeinen Wert eingestuft werden. Sie werden dann nach dem Kurswert eingestuft, wenn sie Teil des amtlichen Handels, des geregelten Marktes oder des Freiverkehrs sind. Die jeweiligen Kurswerte werden vom Bundesfinanzminister immer jährlich zum Stichtag am 31. Dezember bekanntgegeben.
GmbH-Anteile aber auch nicht notierte Aktien unterliegen hingegen der gemeinen Bewertung.

Das hierfür verwendbare Verfahren bezeichnet man als ‚Anteilsbewertung‘. Bei der Ermittlung des gemeinen Wertes gibt es zwei Möglichkeiten: Die Ableitung aus Verkäufen und das sogenannte Stuttgarter Verfahren. Bei der ersten Möglichkeit erfolgt die Wert-Feststellung in erster Linie über geeignete Verkäufe, die nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Verkäufe, die erst nach dem Stichtag erfolgten, dürfen nicht in die Bewertung einfließen. Kann der gemeine Wert jedoch nicht über Verkäufe ermittelt werden, wie es meist bei GmbH-Anteilen Gang und Gäbe ist, kommt das Stuttgarter Verfahren zur Anwendung. Im Ergebnis geht dem Unternehmer hierbei ein einheitlicher Feststellungsbescheid durch die Finanzbehörde zu. Rechtsbehelf gegen diesen können ein am Verfahren beteiligter Anteilseigner sowie die Gesellschaft, deren Wert durch den Bescheid festgelegt wurde, einlegen. In der Regel handelt es sich bei dem Rechtsbehelf um einen Einspruch.

Anteilsbewertung und Erbschaftssteuer

Zu berücksichtigen wäre, dass die erfolgte Anteilsbewertung für erbschaftsteuerliche Zwecke einer umfangreichen Anpassung unterworfen wurde. Infolge der Feststellung des Bundesverfassungsgerichts zur Verfassungswidrigkeit des Erbschaftsteuergesetzes wurde Ende 2008 das Erbschaftsteuergesetz umfassend reformiert. Die danach gültige Rechtslage ist grundsätzlich für sämtliche Erwerbe nach dem 31.12.2008 anzuwenden. Nach Artikel 3 ErbStRG kann ein Erwerber auch schon für Erwerbe von Todes wegen auf die neuen gesetzlichen Regelungen optieren, wenn der Erwerb von Todes wegen nach dem 31.12.2006 und vor dem 1.1.2009 geschah. Wenn das zutrifft werden alle neuen gesetzlichen Regelungen – ausgenommen der ab dem 1.1.2009 gültigen persönlichen Freibeträge nach § 16 ErbStG – angewandt. Dies betrifft insbesondere die neuen Bewertungs- und Verschonungsregelungen.

Kommentar hinterlassen zu "Anteilsbewertung"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*