Abflussprinzip

Abflussprinzip

Gemäß dem Abflussprinzip sind Ausgaben stets in dem Jahr zu erfassen, in dem auch der dem entsprechende Zahlungsvorgang geschehen ist. Nach diesem Prinzip werden Kosten also nicht mit den Daten der Fälligkeit oder Rechnungstellung als solche anerkannt, sondern erst mit dem unmittelbaren Abfluss liquider Mittel (Bezahlung). Im Falle, dass es sich bei diesem Abfluss um eine Überweisung handelt, wird der Bezahlvorgang in dem Moment als solcher anerkannt, in welchem die Überweisung vom Kreditinstitut angenommen worden ist. Die Zahlung gilt also als in dem Zeitpunkt als zugeflossen, in dem der Steuerpflichtige über den Betrag Verfügungsmacht erhält. Bei Banküberweisungen ist das zum Beispiel am Tag der Gutschrift und bei Schecks im Zeitpunkt der Entgegennahme. Für Zuflüsse von Liquidität gilt analog das Zuflussprinzip. Entsprechend gelten Einnahmen erst dann als dem Steuerpflichtigen zugeflossen, wenn dieser tatsächlich über die Mittel verfügen kann. Für das Abflussprinzip gibt es jedoch folgende Ausnahmen:

Die Ausnahme bei der Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich besagt, dass beim Bilanzieren ein Ertrag bereits mit dem Entstehen einer Forderung verrechnet werden kann.

Die Ausnahme bei Lohnzahlungen besagt, dass der Arbeitslohn dann als bezogen gilt, wenn der Lohnzahlungszeitraum – in der Praxis meist das Jahr – endet. Werden Löhne für Dezember zum Beispiel erst im Januar ausgezahlt, gelten diese dennoch im Dezember als Zufluss.

Bei der Abschreibung für Abnutzung (AfA) besagt die Ausnahme, dass wenn ein Wirtschaftsgut der Abschreibung unterliegt, kann nur ein Teil der Kosten im Jahr seiner Entstehung als Mittelabfluss berücksichtigt werden. Anhand der amtlich vorgegebenen Nutzungsdauer müssen die Kosten über mehrere Jahre verteilt werden.

Bei regelmäßig wiederkehrenden Einkünften gilt, dass Einkünfte, die dem Steuerpflichtigen kurz vor oder kurz nach dem Ende eines Kalenderjahres zufließen, sind dem Jahr zuzuordnen, dem sie wirtschaftlich zugehören.

Die Ausnahme bei Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich heißt, dass ein Unternehmen, welches bilanziert, es zum Beispiel bereits das Entstehen einer Verbindlichkeit als Aufwand zu verbuchen hat.

Kommentar hinterlassen zu "Abflussprinzip"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*