Abfindung

Abfindung

Bei einer Beendigung eines Arbeitsverhältnisses müssen Fristen beachtet werden. Je nach Dauer Betriebszugehörigkeit müssen bei der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber Abfindungen gezahlt werden. So werden Geldbeträge bezeichnet, die von einem Arbeitgeber aufgrund der Auflösung eines Arbeitsverhältnisses bezahlt werden.

Wie hoch ist die Abfindung?

Für die Berechnung gibt es eine verbreitetete Faustformel, bei der auf das Alter geschaut wird. Demnach beträgt die Abfindung bei Arbeitnehmern für die Beschäftigungsjahre,

  • die im Alter bis zu 39 Jahren liegen: 0,5
  • die im Alter 40 – 49 Jahre liegen: 0,75 und
  • die im Alter ab 50 Jahre liegen: 1,0 Bruttomonatsgehälter pro Jahr.

Hier wird quasi jeder Zyklus einzeln berechnet und zum Schluss addiert. Ein 54-jähriger Arbeitnehmer, der zuletzt monatlich ein Brutto von 3.500 Euro hatte und eine 20 Jahre im Betrieb zugehörig war (beim Eintritt war er 34), würde nach dieser Faustformel folgende Berechnung haben:

  • für das 34. – 39. Lebensjahr (5*0,5 =): 2,5
  • für das 40. – 49. Lebensjahr (10*0,75=): 7,5 und
  • für das 50. – 54. Lebensjahr (5*1=): 5.

Insgesamt ergäben sich also 15 Monatsgehälter. Bei 3.500 Euro letztem Bruttogehalt ergäbe das eine Abfindung von 52.500 Euro.

Arbeitnehmer müssen Abfindungen voll versteuern. Ausnahmen dafür sind, wenn das Arbeitsverhältnis auf Betreiben des Arbeitgebers oder aufgrund eines Gerichtsbeschlusses aufgelöst wurde. In diesen Fällen wird die Abfindung steuerlich begünstigt. Die Höhe einer steuerlichen Begünstigung, ist vom Alter des Arbeitnehmers und der Dauer seiner Betriebszugehörigkeit abhängig.

Wer beispielsweise das 55. Lebensjahr vollendet hat und mindestens 20 Jahre bei dem betreffenden Unternehmen beschäftigt war erhält eine steuerliche Vergünstigung in Höhe von 11.000 Euro. Liegt der Anlagezeitraum vor 2004, gilt ein Betrag von 12.271 Euro. Bei einer kürzeren Betriebszugehörigkeit bzw. einem geringeren Alter verringert sich auch die Höhe der steuerlichen Vergünstigung. So beträgt diese bei Vollendung des 50. Lebensjahres und einer Betriebszugehörigkeit von 15 Jahren ab 2004 nur noch 9.000 Euro bzw. bei einem vorigen Anlagezeitraum 10.226 Euro. Bei geringerem Lebensalter oder kürzerer Betriebszugehörigkeit gilt sei dem Veranlagungszeitraum 2004 ein genereller Freibetrag von 7.200 Euro. Bei einem früheren Veranlagungszeitraum wären es 8.181 Euro.

Besonderheiten bei der steuerlichen Begünstigung von Abfindungen

Arbeitnehmer die das 55. Lebensjahr bereits vollendet haben erhalten zusätzlich zum Freibetrag noch einen Bewertungsaufschlag. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Auszahlung der Abfindung innerhalb eines Veranlagungszeitraums erfolgt. Des Weiteren kann die steuerliche Vergünstigung auch dann verloren gehen, wenn beispielsweise der Dienstwagen noch genutzt wird, nachdem das Beschäftigungsverhältnis bereits beendet wurde. Unberücksichtigt bleiben lediglich solche Zahlungen, welche dazu dienen, die soziale Härte im Falle einer Arbeitslosigkeit abzumildern. Hierzu gehören unter anderem Zuschüsse des Arbeitgebers für Fortbildungen. Bestehen Zweifel wie eine Abfindung aus steuerrechtlicher Sicht behandelt wird, so gibt das Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen vom 24. Mai 2004 weitere Auskunft.

Tipp zur Abfindung

Falls Sie in so einer Situation sind und befürchten, nach Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses für eine längere Zeit arbeitslos zu werden, sollten Sie direkt bei Vertragsauflösung die Zahlung einer Beihilfe in Höhe des späteren Arbeitslosengeldes vereinbaren. Diese Zahlungen beeinflussen den gewährten Freibetrag nicht. Steht nicht fest, welche Freibeträge genau gelten, sollten Sie sich eine Anfrage an Ihr zuständiges Finanzamt stellen. Bei Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses mit einem Mitunternehmer einer Personengesellschaft gelten für eine eventuelle Abfindung keine steuerlichen Vergünstigungen.

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